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Was ist Meditation?

Meditation und Achtsamkeit werden inzwischen sogar von Krankenkassen als heilsam betrachtet und finanziell gefördert, sind für viele Menschen aber immer noch unbekanntes Terrain. Dabei hat wahrscheinlich jeder schon meditiert, ohne es so zu nennen. Warum das nichts mit Religion, Glaube oder Esoterik zu tun hat und wie auch Du Meditation ganz einfach für Dich entdecken kannst, erfährst Du in diesem Blog-Artikel.

30 Minuten Stille – nicht auszuhalten?

Immer wieder reagieren Menschen geradezu schockiert und ungläubig, wenn wir darüber sprechen, dass ich täglich 30 Minuten in Stille meditiere. „Das würde ich nie aushalten!“ und „Da würde ich wahnsinnig werden!“ sind häufige Kommentare. Auch nach meiner Podcast-Folge zu diesem Thema bekam ich viele Rückmeldungen, dass Menschen versucht hätten, die ca. 10-minütige Meditation zu machen, aber nach wenigen Minuten abgebrochen haben, weil sie „einfach zu viel gedacht“ hätten oder „sich kein besonderes, entspanntes Gefühl eingestellt“ habe. Aber geht es denn überhaupt darum?

Verbotene Gefühle

„Sei nicht traurig!“, „Nun wein doch nicht!“ – schon als Kinder lernen wir, welche Gefühle wir uns besser verkneifen sollten. Als Erwachsener kommen dann mit „Mach Dir keine Sorgen!“ und „Denk einfach nicht daran!“ noch unerwünschte Gedanken hinzu. So haben wir gelernt, unser Inneres in „positiv und negativ“ aufzuteilen.

Doch trotzdem sind Menschen traurig, weinen, sorgen sich und denken oft unbewusst und ungewollt. Wie sinnvoll ist also der Widerstand gegen etwas, über das wir offenbar so wenig Kontrolle haben?

Wo keine Erwartungen sind, kann Neues entstehen

Wer mit der Erwartung, Gefühle „loszuwerden“, in eine Meditation geht, hat deren Sinn und Zweck nicht verstanden. Es gibt nämlich keinen. Meditation ist eigentlich „nichts tun“ – wir werden zum untätigen Beobachter unseres Selbst: Gefühle werden nicht mehr als solche benannt und kategorisiert, sondern als das wahrgenommen, was sie eigentlich sind: Körperempfindungen. Gedanken werden nicht mehr als Fakten und Stimme des eigenen Selbst empfunden, sondern eben als der Text, den unser Gehirn uns ständig einspricht. Und plötzlich gibt es da keine Probleme mehr, keine Sorgen, keine Nöte. Nur noch Körperempfindungen und Worte, die kommen und gehen, oder bleiben.

Hingabe funktioniert nicht im Kopf

Dieser Prozess der „Hingabe“ an das, was ist, funktioniert nicht über Denken. Habe ich ein „negatives“ Gefühl oder einen nicht hilfreichen Gedanken, wird der Gedanke dazu „Das sollst Du doch nicht fühlen!“ oder „Du sollst doch nicht denken, sondern meditieren!“ es nur noch schlimmer machen. Dann begeben wir uns in eine Diskussion mit uns selbst, die wieder nur im Kopf stattfindet.

Hier ist es wichtig, in die Rolle des Beobachters zu gehen - und genau das ist auch die Herausforderung, weil wir es nicht gewohnt sind, nichts zu bewerten und nichts zu verändern, schon gar nicht, wenn es um uns selbst geht. Unser Kopf findet diese Idee vielleicht auch ziemlich öde, langweilig und unproduktiv – kein Wunder, sind wir doch von Beginn der Menschheit an darauf ausgelegt, uns ständig weiter zu entwickeln und zu verbessern, abzuwägen, zu bewerten, zu prüfen, eben zu denken. Und Gedanken können ja auch nützlich sein, wenn wir sie bewusst als Werkzeug einsetzen. Doch wie nützlich sind sie, wenn wir abends nicht einschlafen können, uns sorgen oder über die Maßen kritisieren?

Kein Bock auf Hingabe – auch kein Problem

Langeweile, Wut, Trauer, Angst, Ungeduld, Anspannung – alles kein Problem, wenn Du es einfach da sein lässt. Und wenn Du es nicht zulassen kann, dann lässt Du eben den Widerstand dagegen zu. Findest Du schwierig? Liegt vielleicht auch daran, dass Du darüber nachdenkst, während Du diesen Artikel liest – das ist so, als würde man mit dem Spirituosenhändler über sein Alkoholproblem diskutieren. Wie gesagt: Hingabe funktioniert nicht im Kopf. Nur wenn Du es selbst ausprobierst, kannst Du es erfahren. Was Du in der Meditation an Achtsamkeit schulst und übst, zahlt sich auch im Alltag aus: Du bemerkst, dass Du bestimmte Gedanken und Gefühle hast und kannst ganz anders damit umgehen, statt sie loswerden zu wollen und Dich z.B. abzulenken, zu betäuben oder etwas zu tun, was Du später vielleicht bereust, wenn Du z.B. aus Wut heraus handelst.

Wissen, nicht glauben

Glaub nicht einfach, was hier steht, sondern probier es selbst aus – denn auch meine Erkenntnisse gewann ich nicht durch das Studieren von Blogs, Büchern oder Videos, sondern durch meine eigene Erfahrung in der Meditation: Gefühle von tiefem Vertrauen, Hingabe und Verbundenheit. Worte können es schwer beschreiben, aber es ist vergleichbar mit dem Gefühl, wenn man etwas Wunderschönes erblickt: einen Sonnenuntergang, ein majestätisches Tier oder eine Blume. Manchmal hören wir dann auf zu denken und schauen einfach. Genau das ist Meditation. Schauen, beobachten, ohne zu bewerten. Ohne in die Vergangenheit („Das erinnert mich an den Sonnenuntergang auf Teneriffa letztes Jahr“) oder Zukunft („Schade, gleich ist der Sonnenuntergang schon vorbei”) abzuschweifen. Nur, dass wir in der Meditation nicht nach außen schauen, sondern nach innen – und dort gibt es viel zu entdecken.

Probiere es jetzt aus: mit meiner kostenlosen Podcast Folge „Supersonderspezial – Geführte Meditation“ kannst Du 10 Minuten meditieren und herausfinden, wie es sich anfühlt. Berichte mir gerne von Deinen Erfahrungen!

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Benjamin Seegers

Coach (univ.) | Mediator (univ.)

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